San Giovanni in Laterano

Die Lateransbasilika ist eine der ältesten christlichen Kirchen Roms und die eigentliche Bischofskirche des Papstes, der ja Bischof von Rom ist. Die Basilika und der Lateranspalast sind Teil des Vatikanstaates und damit nicht italienisches Staatsgebiet. Die Kirche geht auf eine Schenkung Kaiser Constantins I. an Papst Melchiades (311-314) zurück. 312 überließ der Kaiser der römischen Christengemeinde das Gebiet um die heutige Kirche, ehemals Latifundien der Familie der Plauzi Laterani (daher der Name), mitsamt der darauf erbauten Kaserne der Equites Singulares, einer Elite-Kavallerie-Einheit. Wohl unter Einbeziehung dieses Bauwerkes entstand die erste große christliche Kultstätte in Rom in Form einer fünfschiffigen Basilika, die dem Erlöser (Salvator) geweiht wurde. Der Typ der Basilika auf dem Lateran-Gelände wurde Vorbild für viele Kathedralen Roms und des ganzen Abendlandes. Insofern ist es auch kunsthistorisch richtig, wenn auf einem Sockel des Portikus geschrieben steht CAPUT ET MATER ECCLESIARUM URBIS ET ORBIS: Haupt und Mutter der Kirchen der Stadt (also Roms) und des Erdkreises.

Die Basilika, von deren genauem Aussehen wir wenig wissen, wurde 897 durch ein Erdbeben schwer beschädigt und während der Regierungszeit Papst Sergius’ III (904-911) wiederaufgebaut und den beiden Heiligen Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten geweiht. Sie blieb die Papstkirche bis zur Rückkehr Papst Gregors XI. (1370-78) aus Avignon nach Rom im Jahre 1377, erst dann verlegte dieser den Papstsitz in den besser befestigten Vatikan. Aus Anlaß des Heiligen Jahres 1650 gab Papst Innozenz X. (1644-55) Francesco Borromini den Auftrag, die damals baufällige Basilika zu renovieren. Dieser modernisierte im barocken Sinn den Innenraum der Kirche im Lauf von nur drei Jahren (1647-50) und schuf mit dieser Renovierung einen hoheitsvollen, lichten und einheitlich wirkenden Raum, in dem die Meisterhand dieses wohl bedeutendsten Barockarchitekten unverkennbar ist.

Seit alter Zeit hochverehrte Reliquien sind die in silbernen Kopfreliquiaren verwahrten Schädel der Apostel Petrus und Paulus im Tabernakel über dem Hochaltar. Der Papstaltar selbst umschließt einen hölzernen Altar, an dem die ersten 33 Päpste von St. Peter bis St. Silvester zelebriert haben sollen. Nur dem Papst ist es erlaubt, an diesem Altar die Messe zu lesen. Das Presibiterium und die Apsis werden dominiert von dem herrlichen Apsismosaik aus dem 13. Jahrhundert von Jacopo Torriti und Jacopo da Camerino, das im 19. Jahrhundert restauriert wurde. Der Altar des Santissimo Sacramento an der linken Stirnwand des Querschiffes und die ihm gegenüberliegende, von Luca Blasi 1598 erbaute Monumentalorgel wurden zwischen 1988 und 1992 mit Mitteln aus einer Fundraising-Kampagne restauriert, die vom Präsidenten der Fondazione pro Musica e Arte Sacra Dr. h.c. Hans-Albert Courtial iniziiert wurde. Der Kreuzgang gilt als einer der schönsten Roms.