Santa Maria Maggiore


Santa Maria Maggiore wird auch Basilica Liberiana oder Santa Maria della Neve genannt, weil sie der Legende nach von Papst Liberius erbaut wurde, als im August auf dem Esquilin-Hügel Schnee fiel, und zwar genau in Form des Grundrisses einer Kirche. Obwohl das Schneewunder-Fest noch heute am 5. August gefeiert wird, geht die Kirche in Wahrheit auf ein anderes Ereignis zurück, nämlich das Konzil von Ephesos 431, auf dem die Marienverehrung der Maria als Theotokos (jungfräuliche Gottesgebärerin) sanktioniert wurde. Der Bau der Kirche unter Papst Sixtus III.

(432-440) dürfte als Manifestation des neuen, keineswegs unumstrittenen Muttergottes-Kultes gedacht gewesen sein. Die frühchristliche Basilika wurde in der Zeit des Barock entscheidend umgestaltet, was vor allem für die Hauptfassade gilt. Der schöne Campanile von 1377 ist der Rest des mittelalterlichen Baues. Das dreischiffige Langhaus bewahrt die Grundform der frühchristlichen Basilika, ist aber vielfach durch barocke Seitenkapellen aufgebrochen. Die schwere Kassettendecke, Giuliano da Sangallo zugeschrieben, wurde mit dem ersten Gold ausgelegt, das Kolumbus aus Amerika mitbrachte. Der Cosmatenfußboden stammt aus der mittelalterlichen Kirche, ebenso die Mosaiken in der Apsis, ein 1295 datiertes Werk Jacopo Torritis, das die Marienkrönung verherrlicht und das Hauptwerk der letzten Blütezeit römischer Mosaikkunst darstellt.

Rund 700 Jahre älter sind die bilderreichen, gleichsam erzählenden Mosaiken des Triumphbogens, während die Mosaiken an den Langhauswänden über den Säulen sogar aus der allerersten Basilika (also aus dem 4. Jahrhundert) stammen. Links und rechts des Hauptaltares liegen die zwei wichtigesten barocken Seitenkapellen: rechts die Sakramentenkapelle oder Cappella Sistina (benannt nach Papst Sixtus V), links die Cappella Paolina oder Borghese-Kapelle mit der Ikone der Madonna "Salus populi romani", die von den Römern besonders verehrt wird.