San Paolo fuori le Mura

Die Basilika Ostiense St. Paul vor den Mauern ist an dem Ort errichtet, an dem Paulus begraben wurde. Der wichtigste der Apostelfürsten, der auf dem Weg nach Damaskus zum Glauben bekehrt worden war, wurde in der Neronischen Christenverfolgung im Jahr 67 geköpft und an der Straße nach Ostia auf dem Grundstück einer Christin namens Lucina beigesetzt. Kaiser Constantin ließ eine Gedächtniskapelle errichten, 386 stifteten die Kaiser Valentinianus, Theodosius und Arcadius eine Basilika. Sie war (bis zum Neubau von St. Peter) nicht nur die größte, sondern auch die schönste Kirche Roms, reich mit Mosaiken und Malereien geschmückt. Prudentius beschrieb sie im 5. Jahrhundert als "Goldenen Dom". In jener Zeit wurde es auch Usus, Portraits der Päpste in Medaillons über den Säulensystemen anzubringen.

Abgesehen von kleineren Retuschen, einer Restaurierung nach einem Erdbeben und gelegentlichen Erneuerungen der Mosaiken und Malereien wurde die Kirche kaum verändert. Nur unter Sixtus V. wurde eine Kassettendecke eingezogen und unter Benedikt XIII. durch Alessandro Galilei ein klassizistischer Portikus vorgesetzt. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 1823 brannte die Basilika ab. Sie wurde, hauptsächlich von Luigi Poletti, im historisierenden Stil des 19. Jahrhunderts, wenn auch auf den Grundmauern und dem Grundriß der alten fünfschiffigen Kirche wiederaufgebaut und 1840 neu geweiht. Der gewaltige Quadriportikus, eine vierflügelige offene Säulenhalle, entstand erst 1892-1928. Von der Innenausstattung, vor allem den Bildern, blieb fast nichts erhalten.

Die Mosaiken wurden restauriert oder besser gesagt im romantischen Sinn rekonstruiert. Lediglich hinter dem Triumphbogen zeigen Reste der Mosaiken Pietro Cavallinis den originalen Zustand. Mehrere bedeutende Reste, etwa ein gewaltiger Petruskopf, ein Madonnenmosaik und die 42 ältesten Papstmedaillons, die das Feuer überstanden, sind in der Sakristei und im Museum aufbewahrt. In der Kirche selbst ist von der alten Ausstattung ein besonders schönes Ziborium von 1285 erhalten, ein Meisterwerk der italienischen Hochgotik, sowie ein großer Osterleuchter mit romanischen Reliefs. Vom Brand verschont blieb zum Glück der großartige Kreuzgang mit einer durchgehenden Reihe cosmatischer Doppelsäulen, jede anders geformt.